Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, 229 x 180 cm, Fotograf: Franz Schachinger, © Herbert Brandl.

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, 201 x 452 cm, Courtesy Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt/Main, Fotograf: Franz Schachinger © Herbert Brandl.

Herbert Brandl at Play in the Fields of the Abstract and the Figurative

Herbert Brandl in front of his work Untitled, 2007, Oil on canvas, 250 x 501 cm, installation view, courtyard Austrian Pavilion, Photograph: Cameraphoto Arte, Venice. © Herbert Brandl.

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, Firnis, 218 x 180 cm, Fotograf Franz Schachinger, © Herbert Brandl.

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, Firnis, Courtesy Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt/Main, 218 x 170 cm, Fotograf Franz Schachinger, © Herbert Brandl.

 

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstrasse 1-2
Hamburg
+ 49 (0) 40-321030

Herbert Brandl – Malerei
April 25-August 30, 2009

Erstmalig wird das Werk des österreichischen Malers Herbert Brandl (*1959) vom 25. April bis 30. August 2009 dem deutschen Publikum in einer großen Werkschau vorgestellt. Die Ausstellung von Herbert Brandl in den Deichtorhallen umfasst rund 30 großformatige Arbeiten aus den Jahren 2003 bis 2009. Die meisten dieser Werke sind eigens für die Ausstellung in Hamburg entstanden.

Die physisch präsenten Großformate, oft 4 x 3 m, lassen den Betrachter in die Bildwelten eintauchen, die zwischen Abstraktion und Figuration changieren und beide Optionen der Betrachtung offen lassen. In den auf dem ersten Blick gegenstandslos wirkenden Gemälden scheinen figurale Bildgedanken durch, die in den meisten Fällen durch distanzierte Erinnerung an fotografische Bilder entstehen.

Als extrem dynamisch und energiegeladen, von heftigen Konflikten zwischen Licht und Farbe, dem Weiß der Leinwand und den verwendeten Buntfarben geprägten Bildern beschreibt der Kurator der Ausstellung Robert Fleck die Werke Brandls. „Die Formensprache Herbert Brandls ist an einem schmalen Grat angesiedelt, an dem bisweilen abstrakte, spontan gezogene Linienmuster und Flächenverbindungen als Inhalt des Bildes erscheinen, während im nächsten Augenblick wieder ein durchaus figuraler Anlass, der von großer Einfachheit gekennzeichnet ist, evident wird, um sich aber gleich wieder in das Erlebnis des ungegenständlichen Bildes hinein aufzulösen. So etwas wie eine grasbewachsene Fläche, so etwas wie sich bewegende Algen unter Wasser, so etwas wie einen teils wolkenverhangenen Berg, so etwas wie einen Sonnenunter- oder aufgang meint das Auge wahrzunehmen, doch gewinnen die abstrakten Bildwerte sogleich wieder Oberhand.“ (Robert Fleck)

Rund 15 der 30 in der Hamburger Ausstellung präsentierten Arbeiten aus den Jahren 2003 bis 2009 zeigen Berge, häufig den Mount Everest in verschiedenen Stimmungen, Lichtverhältnissen und Stadien der Abstraktion. Daneben sind Gras- und Waldbilder sowie völlig abstrakte Arbeiten zu sehen. „Es geht bei Brandl somit nicht um das Malen von Bergen um der Malerei willen als Metapher für die Identifizierung mit der Malerei und der Körperlichkeit des Malens. Herbert Brandl verstärkt vielmehr die Metapher durch seinen figurativen Inhalt in Kombination mit seinen überwiegend monochromen Abstraktionen oder – mit anderen Worten – durch eine Verschmelzung von Natur und Künstler zu einem überzeugend mysteriösen Ganzen, das gegebenenfalls mit Hilfe einer Kamera oder technischen Intervention in eine überraschende und expressive Pikturalität umgesetzt wird. Sowohl in seiner monumentalen Breite als auch in der Höhe ist jedes Gemälde eine Einladung zu einer ästhetisch und körperlich zu erfahrenden Reflexion über Berge und deren Berg-Sein, über die Malerei und deren Bedeutung als Spiegel und nicht als Fenster“, so Jan Hoet in seinem Katalogbeitrag.

In der Malerei dieses Jahrzehnts, die von einem scharfen Gegensatz von figurativen und abstrakten Ansätzen beherrscht wird, stellt Brandls persönliche Aufhebung dieses Gegensatzes, seine souveräne Verbindung von Abstraktion und Figuration eine bedeutende Vision über die reine Aktualität des Mediums hinaus dar.

Herbert Brandl ist durch eine Reihe bedeutender Einzel- und Gruppenausstellungen einem internationalen Fachpublikum bereits als einer der originärsten und kraftvollsten Maler der letzten Jahre vorgestellt geworden. Vielen ist der Pavillon auf der Biennale von Venedig 2007 noch in Erinnerung, den Herbert Brandl unter dem Kommissariat Robert Flecks als Vertreter Österreichs bespielte. Die Werkschau in den Deichtorhallen ist die erste umfassende Ausstellung in Deutschland.

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, Firnis, 218 x 170 cm, Fotograf Franz Schachinger, © Herbert Brandl.

 

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, Firnis, 260 x 502 cm, Courtesy Galerie Sabine Knust, München Fotograf Franz Schachinger. © Herbert Brandl.

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2009, Öl auf Leinwand, Firnis, 300 x 500 cm, Courtesy Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien, Fotograf Franz Schachinger. © Herbert Brandl.

 

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2008, Öl auf Leinwand, 229 x 180 cm, Courtesy Privatbesitz Fotograf: Franz Schachinger, © Herbert Brandl.